Arbeitsbedingungen im Fokus: Die 23 Nominierten für den Fair Fashion Award 2026

Arbeitsbedingungen im Fokus:

Die 23 Nominierten für den Fair Fashion Award 2026

Medienmitteilung, Basel, 17. August 2026

 

Social Fabric schafft Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Fluchthintergrund, Moya Kala stellt bei der Produktion in Bulgarien Frauen in den Fokus und Naturaline setzt sich gemeinsam mit Remei und der Stiftung bioRe aktiv für Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen ein. Die 23 Nominierten für den Fair Fashion Award 2026 zeigen unterschiedliche Wege, Verantwortung für die Menschen zu übernehmen, die unsere Kleider herstellen. «Faire Arbeit» ist das Schwerpunktthema des diesjährigen Awards.

 

Sichere Arbeitsbedingungen, existenzsichernde Löhne und die Wahrung grundlegender Arbeitsrechte sind in der weltweiten Textilindustrie noch immer keine Selbstverständlichkeit. Der Fair Fashion Award rückt deshalb 2026 die soziale Dimension von Nachhaltigkeit ins Zentrum.

Verantwortung entlang der Lieferkette

Wie unterschiedlich Unternehmen dabei Verantwortung übernehmen können, zeigen die Nominierten. In der Kategorie «Aufstrebend» verbindet Social Fabric in seinem Zürcher Nähatelier lokale Textilproduktion mit der beruflichen Integration von Menschen mit Fluchthintergrund. Rework besitzt seine Produktionsstätten in Indien und Thailand selbst und macht die Löhne seiner Mitarbeitenden transparent. Moya Kala produziert in Bulgarien mit besonderem Fokus auf Frauen und Menschenrechte und bezahlt zusätzlich einen jährlichen Bonus.

Auch unter den Nominierten in der Kategorie «Etabliert» finden sich unterschiedliche Ansätze: Odlo produziert unter anderem in einer eigenen Fabrik in Rumänien. GREIFF und L-Shop-Team bringen Nachhaltigkeit in einen grossen, aber in der öffentlichen Wahrnehmung oft wenig beachteten Teil der Textilindustrie: den B2B-Bereich. Mit ihrem Engagement zeigen diese Unternehmen, dass auch in diesem Bereich wichtige Impulse hin zu mehr Nachhaltigkeit und fairen Arbeitsbedingungen stattfinden. Naturaline setzt sich zusammen mit Remei und der bioRe Stiftung für Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein. Die Nominierten zeigen damit exemplarisch, dass bei Fair Fashion ökologische und soziale Verantwortung zusammengehören – und dass Unternehmen auf unterschiedlichen Ebenen der Wertschöpfungskette ansetzen können.

Finale im Oktober

Als Nächstes wählt die Jury die Finalist:innen in beiden Kategorien aus. Am 21. Oktober 2026 werden in Zürich die Gewinner:innen ausgezeichnet und erhalten je CHF 20’000 Preisgeld. Zudem erhalten die Finalist:innen jeweils eine Beratungsleistung von ausgewiesenen Branchenexpert:innen im Wert von CHF 3’000. 2024 ging die Auszeichnung an das Zuger Familienunternehmen FTC Cashmere («Etabliert») und das Zürcher Label Jungle Folk («Aufstrebend») – beide sind Vorreiter in Sachen Transparenz. 2025 wurden Säntis Textiles («Etabliert») und Muntagnard («Aufstrebend») für ihr Engagement im Bereich Kreislaufwirtschaft geehrt.

Anfang November werden pro Kategorie drei Finalist:innen bekanntgegeben. Die Jury kürt die beiden Gewinnenden im Rahmen des Innovation Day von Swiss Textiles am 25. November 2025 im Zürcher Technopark.

 

Die Nominierten im Überblick in alphabetischer Reihenfolge:

Kategorie «Etabliert»:

Name

Standort

Engagement für faire Arbeit in der Textilindustrie

GREIFF

Bamberg (DE)

GREIFF entwickelt Berufsbekleidung, die Funktionalität mit sozialer und ökologischer Verantwortung verbindet. Vision: Eine transparente textile Lieferkette, in der Qualität, Fairness & Nachhaltigkeit selbstverständlich zusammengehören.

L-SHOP-TEAM

Dättwil AG

L-SHOP Team bietet europaweit nachhaltige B2B Textilien für textile Wiederverkäufer an. Das Unternehmen führt unter anderem Produkte aus Fairtrade Certified Cotton und fördert damit etablierte Standards in der Arbeitsbekleidung.

Mammut

Seon AG

Mammut verbindet strapazierfähige Bergausrüstung mit einem seit langem etablierten Ansatz zur Sorgfaltspflicht im Bereich der Menschenrechte entlang seiner gesamten globalen Lieferkette.

naturaline / bioRe / Remei

Basel / Rotkreuz ZG

Seit über 30 Jahren verbindet naturaline biologische und faire Textilproduktion mit dem Engagement für Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – getragen von der starken Allianz zwischen Coop, Remei AG und der bioRe Stiftung.

Odlo

Hünenberg ZG

Odlo zeigt mit seinem bestselling Base Layer, der aus recyceltem Polyester in der eigenen Fabrik hergestellt wird, wie faire Arbeitsbedingungen in die Produktion von Funktionskleidung integriert werden können. Die Löhne orientieren sich dabei an transparenten Branchenstandards.

VAUDE

Tettnang (DE)

VAUDE zeigt konsequente Verantwortung mit einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie und einem seit Jahren intensiven Engagement für faire Arbeitsbedingungen entlang der globalen Textillieferkette.

 

Kategorie «Aufstrebend»:

Name

Standort

Engagement für faire Arbeit in der Textilindustrie

Carpasus

St. Gallen

Carpasus stellt zeitlose Herrenmode her, die in enger Zusammenarbeit mit ausgewählten Produktionsstätten in Portugal, Bosnien und Herzegowina entsteht.

Finkhof

Bad Wurzach (DE)

Finkhof produziert langlebige Wolltextilien und Naturmode aus regionaler Bio-Schurwolle und setzt auf langjährige Partnerschaften mit fairer Bezahlung über dem Mindestlohn.

Majik Noir

Vevey VD

Majik Noir ist eine Antifashion-Marke, die sich von marginalisierten und politisierten Minderheiten inspirieren lässt und Mode als Mittel gegen soziale Ungerechtigkeit einsetzt.

Maya Seyferth

Bern

Maya Seyferth steht für Slow Fashion und Haute-Couture-Tradition. Muster und Massanfertigungen entstehen im eigenen Schweizer Atelier; weitere Teile werden zusammen mit einem Haute-Couture-Partneratelier in Georgien gefertigt.

Moya Kala

Sarnen OW

Moya Kala produziert in Bulgarien hochwertige Body Basics mit einem besonderen Fokus auf Frauen und Menschenrechte und bezahlt zusätzlich einen jährlichen umsatzbasierten Bonus.

Neutral

Kopenhagen (DK)

Neutral setzt für seine B2B- und Sporttextilien auf eine vollständig zertifizierte Lieferkette und lässt die Produktion unabhängig auf die Einhaltung von Menschenrechts- und Umweltstandards prüfen.

Nikin

Aarau AG

NIKIN verbindet nachhaltige Kleidung mit Aufforstungsprojekten (1 Produkt = 1 Baum) und setzt auf fair produzierte, zertifizierte oder recycelte Materialien.

Poplin Project

Zürich

Poplin Project stellt Mode mit westafrikanischem Handwerk her und arbeitet dabei direkt in Westafrika mit Kunsthandwerker:innen zusammen. So werden lokale Betriebe gestärkt und den beteiligten Menschen ein gesichertes und faires Einkommen ermöglicht.

Rework

Bern

Rework verwendet statt Neumaterialien Secondhandkleider für die Herstellung seines Sortiments. Mit eigenen Shops und einer eigenen Produktion in Indien und Thailand hat das Unternehmen direkt Einfluss auf die Arbeitsbedingungen und Löhne und hält seine Wertschöpfungskette transparent.

Round Rivers

Zürich

Round Rivers stellt aus selbst aus der Limmat gesammelten PET-Abfällen Bademode und Winterjacken her. Die Produktionskette hält das Unternehmen in einem Radius von rund 140 Kilometern.

Social Fabric

Zürich

Social Fabric führt ein Nähatelier und verbindet lokale Textilproduktion mit der beruflichen Integration von Menschen mit Fluchthintergrund. Damit schafft das Unternehmen Zugang zu Arbeit und praktischem Lernen.

Solk

Zug

Solk produziert in einer eigenen Fabrik in Vietnam biozirkuläre Schuhe. Die eigne Produktion ermöglicht eine bessere Kontrolle über Arbeitsbedingungen und Löhne; zusätzlich werden externe Audits durchgeführt.

Stephanie Bircher

St-Saphorin VD

Stephanie Bircher produziert Mode mit Naturprints vollständig in der Schweiz, arbeitet mit lokalen Handwerker:innen zusammen und kooperiert für einzelne Produktionsschritte mit sozialen Betrieben.

Storyfabrics

Zürich

Storyfabrics produziert Bettwäsche, Basics und Kindertextilien in ausgewählten Produktionsstätten unter fairen Bedingungen und verwendet unter anderem biologische und Fairtrade-zertifizierte Baumwolle.

Tarzan

Basel

Tarzan steht für zeitlose Mode aus fairer Produktion in Portugal und Indien. Faire Arbeitsbedingungen nennt das Unternehmen ausdrücklich als Teil seines unternehmerischen Anspruchs.

This is sheep

Jenins GR

Das junge Label entwickelt funktionale, zeitlose Kleidung aus 100 % mulesingfreier Merinowolle von ausschliesslich zertifizierten Wollproduzent:innen in Neuseeland. Die Kleidungsstücke werden vollständig in der Schweiz produziert und konfektioniert.

WE ARE ZRCL

Schwyz

WE ARE ZRCL bietet Streetwear an und setzt auf transparente Lieferketten und Schweizer Wertschöpfung. Faire Arbeit nennt das Unternehmen ausdrücklich als Teil seiner Mission.

 

Über den Fair Fashion Award
Der Fair Fashion Award zeichnet seit 2024 herausragende Nachhaltigkeitslösungen in der Textilbranche aus. Ausgezeichnet werden in der Schweiz tätige Unternehmen, Organisationen und Projekte, die mit sozialer und ökologischer Verantwortung Standards entlang ihrer textilen Wertschöpfungskette setzen. Der Award wird in den Kategorien «Aufstrebend» und «Etabliert» vergeben und orientiert sich inhaltlich am nationalen Programm für nachhaltige Textilien «Sustainable Textiles Switzerland 2030», welches vom Bund unterstützt wird. Die Gewinnenden erhalten ein Preisgeld von jeweils CHF 20’000 sowie professionelle Beratungsleistungen im Wert von CHF 5’000 um ihre Wirkung weiter zu stärken. Die Stiftung Amphora ist Initiantin und Stifterin des Fair Fashion Awards. Trägerin ist Swiss Fair Trade. Der Award schafft Sichtbarkeit für verantwortungsbewusste Akteur:innen, inspiriert zu nachhaltigem Handeln und bietet Konsumierenden eine glaubwürdige Orientierung für bewusste Entscheidungen im Bereich Textilien.
www.fairfashionaward.ch

 

Über Swiss Fair Trade
Swiss Fair Trade ist der Branchenverband der Fair Trade Organisationen in der Schweiz. Der Verband setzt sich dafür ein, gerechte Handelsstrukturen zu stärken, nachhaltigen Konsum zu fördern und den Dialog zwischen Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft anzuregen. Zu den Mitgliedern von Swiss Fair Trade zählen Handelsorganisationen, Labels sowie NGOs, die sich für die Stärkung des Fairen Handels einsetzen.
www.swissfairtrade.ch

 

Medienkontakt
Sara Gutierrez-Osmani
JUNE Corporate Communications
fairfashionaward@gojune.ch

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