Fair Fashion Award 2026: Gegen Ausbeutung, für faire Arbeit

Fair Fashion Award 2026: Gegen Ausbeutung, für faire Arbeit

 

Medienmitteilung, Basel, 28. April 2026
60 Millionen Menschen weltweit arbeiten in der Textilindustrie – 80 bis 90 Prozent davon sind Frauen. Viele von ihnen erhalten nicht einmal einen Lohn, der ihre Grundbedürfnisse deckt. Der
Fair Fashion Award 2026 zeichnet Schweizer Unternehmen, Organisationen und Projekte aus, die beweisen, dass es anders geht. Bewerbungen für den diesjährigen Award sind ab sofort möglich…

 

Unternehmen, die faire Arbeit konsequent umsetzen, verdienen Sichtbarkeit. Der Fair Fashion Award 2026 zeichnet aus, welche Schweizer Unternehmen faire Arbeit nicht als Marketingbotschaft, sondern
als Grundlage ihres Handelns verstehen. Denn die Realität in der globalen Textilindustrie ist ernüchternd: Näher:innen verdienen im Schnitt weniger als die Hälfte dessen, was zum Leben reicht. 3
Existenzsichernde Löhne, sichere Arbeitsbedingungen und grundlegende Arbeitsrechte sind keine Selbstverständlichkeit. «Gesetzliche Sorgfaltspflichten für Unternehmen werden derzeit eher abgeschwächt als gestärkt. Gerade deshalb ist es entscheidend, dass Unternehmen Verantwortung übernehmen – nicht weil sie müssen, sondern weil sie darin eine Chance und vor allem ihre Zukunft sehen. Der Fair Fashion Award macht dieses Engagement sichtbar», sagt Philipp Scheidiger, Geschäftsführer Swiss Fair Trade. Bewerben können sich in der Schweiz tätige Unternehmen, Organisationen und Projekte bis zum 12. Juli 2026 unter www.fairfashionaward.ch.

 

Ein Award, der Massstäbe setzt

Am 21. Oktober 2026 werden in Zürich die Gewinner:innen in den Kategorien «Aufstrebend» und «Etabliert» ausgezeichnet. Sie erhalten je CHF 20’000 Preisgeld. Zudem erhalten die Finalist:innen jeweils eine Beratungsleistung von ausgewiesenen Branchenexpert:innen im Wert von CHF 3’000. 2024 ging die Auszeichnung an das Zuger Familienunternehmen FTC Cashmere («Etabliert») und das Zürcher Label Jungle Folk («Aufstrebend») – beide sind Vorreiter in Sachen Transparenz. 2025 wurden Säntis Textiles («Etabliert») und Muntagnard («Aufstrebend») für ihr Engagement im Bereich Kreislaufwirtschaft geehrt. Wer tritt 2026 in ihre Fussstapfen?

 

Die Jury

Eine interdisziplinär besetzte Jury mit Fachpersonen aus Nachhaltigkeit, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft bewertet die Bewerbungen nach klar definierten Kriterien – transparent, unabhängig, fachlich fundiert. Die diesjährige Jury (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Simon Aebi, Commercial Director und Mitglied der Geschäftsleitung, Fairtrade Max Havelaar Schweiz
  • Iris Delruby Ruprecht, Präsidentin Fashion Revolution Schweiz
  • Sonja Gehrig, Leiterin Kreislaufwirtschaft & nachhaltige Beschakung der Stadt Zürich
  • Tina Tomovic, Dozentin der Hochschule Luzern
  • Martin Tschudin, Vize-Präsident des Stiftungsrates der Stiftung Textile Vision
  • Jeroen van Rooijen, Stil- und Modeexperte

Transparenter Prozess, klare Kriterien

Bewerben können sich in der Schweiz tätige Unternehmen, Organisationen und Projekte in zwei Kategorien: «Aufstrebend» (unter CHF 10 Mio. Umsatz oder weniger als 50 Mitarbeitende) und «Etabliert» (ab CHF 10 Mio. Umsatz). Die Bewerbungen werden anhand eines ökentlich zugänglichen
Bewertungsrasters geprüft. Dieses umfasst neben allgemeinen Nachhaltigkeitskriterien wie Governance, Umwelt und Qualität auch eine spezifische Komponente zum Schwerpunktthema faire Arbeit. Dazu zählen unter anderem die Zahlung existenzsichernder Löhne in der Lieferkette, die Einbindung von Gewerkschaften sowie langfristige und faire Partnerschaften mit Lieferant:innen. Bewertet wird auch, ob Unternehmen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Swiss Fare Trade prüft alle Einreichungen und definiert die Nominierten für den Fair Fashion Award 2026. Die Jury bestimmt danach die Finalist:innen, die im September ökentlich bekanntgegeben werden. Die Preisverleihung findet am 21. Oktober in Zürich statt.

www.fairfashionaward.ch

Über den Fair Fashion Award

Der Fair Fashion Award zeichnet seit 2024 herausragende Nachhaltigkeitslösungen in der Textilbranche aus. Ausgezeichnet werden in der Schweiz tätige Unternehmen, Organisationen und
Projekte, die mit sozialer und ökologischer Verantwortung Standards entlang ihrer textilen Wertschöpfungskette setzen. Der Award wird in den Kategorien «Aufstrebend» und «Etabliert»
vergeben und orientiert sich inhaltlich am nationalen Programm für nachhaltige Textilien «Sustainable Textiles Switzerland », welches vom Bund unterstützt wird. Die Gewinner:innen erhalten ein Preisgeld
von jeweils CHF 20’000. Die 4 weiteren Finalist:innen erhalten zudem professionelle Beratungsleistungen im Wert von je CHF 3’000 um ihre Wirkung weiter zu stärken. Der Fair Fashion
Award wird von der Stiftung Textile Vision ermöglicht und von Swiss Fair Trade getragen. Der Award schafft Sichtbarkeit für verantwortungsbewusste Akteur:innen, inspiriert zu nachhaltigem Handeln
und bietet Konsumierenden eine glaubwürdige Orientierung für bewusste Entscheidungen im Bereich Textilien.
www.fairfashionaward.ch

Über Swiss Fair Trade

Swiss Fair Trade ist der Branchenverband der Fair Trade Organisationen in der Schweiz. Der Verband setzt sich dafür ein, gerechte Handelsstrukturen zu stärken, nachhaltigen Konsum zu fördern und den Dialog zwischen Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft anzuregen. Zu den Mitgliedern von Swiss Fair Trade zählen Handelsorganisationen, Labels sowie NGOs, die sich für die Stärkung des Fairen Handels einsetzen.
www.swissfairtrade.ch

 

Medienkontakt

Sara Gutierrez-Osmani
JUNE Corporate Communications
fairfashionaward@gojune.ch

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