Unsere Einschätzung zum Schweizer Forum «Wirtschaft und Menschenrechte»: Menschenrechte brauchen gemeinsames Handeln

Unsere Einschätzung zum Schweizer Forum «Wirtschaft und Menschenrechte»: Menschenrechte brauchen gemeinsames Handeln

 

Am Schweizer Forum Wirtschaft und Menschenrechte, das Swiss Fair Trade mitgestalten durfte, wurde deutlich: Wirkungsvolle Massnahmen brauchen echte Mitsprache der betroffenen Menschen und die Motivation, vorhandene Lösungen konsequent umzusetzen.

Ob Klimatransformation, Geschlechtergerechtigkeit, künstliche Intelligenz oder Sport: Entscheidend ist, was sich für die betroffenen Menschen verändert. Werden ihre Rechte geschützt? Können sie mitentscheiden und am wirtschaftlichen Erfolg teilhaben?

Klimatransformation braucht Mitwirkende

Netto Null verlangt eine grundlegende Systemumstellung. Antje Kanngiesser. CEO von Alpiq betonte, dass dafür alle mitwirken müssen. Angst allein schafft kaum Begeisterung. Menschen brauchen Gestaltungsmöglichkeiten und Perspektiven – beispielsweise durch Mitsprache und eine Beteiligung an den Gewinnen.

Für Swiss Fair Trade gehört die soziale Frage deshalb ins Zentrum der Klimatransformation: Wie werden Chancen, Kosten und Nutzen verteilt? Wer Veränderungen mittragen soll, muss sie mitgestalten können.

Gleichstellung muss im Alltag ankommen

Elvira Zingg von unserem Mitglied gebana stellte eine zentrale Frage: Ist der Markt bereit, den Aufpreis für konkrete Anstrengungen zu Nachhaltigkeit und Gleichstellung zu bezahlen?

Die Teilhabe von Frauen in einem Code of Conduct festzuhalten, mag ein Anfang sein. Entscheidend ist, wie daraus spürbare Verbesserungen entstehen – bei Einkommen, Arbeitsbedingungen und Mitsprache von Frauen auf der ganzen Welt.

Künstliche Intelligenz braucht klare Verantwortung

KI kann bestehende Benachteiligungen verstärken. Risiken müssen deshalb bereits bei der Entwicklung erkannt und betroffene Menschen einbezogen werden. Weil sich Anwendungen verändern, braucht es auch später Überprüfung und Rückmeldemöglichkeiten.

Dabei zählen ebenso die Geschäftsmodelle und Interessen hinter der Technologie: Wer profitiert, wer trägt die Risiken? Menschenrechte bieten Orientierung. Verbindliche Berichtsstandards können Auswirkungen und Verantwortlichkeiten sichtbar machen.

Die verbindende Kraft des Sports verpflichtet

Sport vereint Menschen weltweit. Damit geht Verantwortung einher – gegenüber Sporttreibenden, Beschäftigten, Fans und der Bevölkerung an Austragungsorten. Kinder benötigen besonderen Schutz.

Die diskutierten Pilotprojekte von UEFA und FIFA sind ermutigend. Für eine konsequente Verankerung der Menschenrechte braucht es frühzeitige Risikoanalysen, klare Zuständigkeiten und zugängliche Beschwerdemechanismen – auch bei Dienstleistern wie Sicherheitsunternehmen.

KMU brauchen abgestimmte Anforderungen

Viele KMU fallen nicht direkt unter die jeweiligen regulatorischen Pflichten. Über die Nachhaltigkeitsanforderungen ihrer grossen, berichtspflichtigen Kunden sind sie dennoch betroffen. Unterschiedliche Berichtsformate und Fragebögen führen dazu, dass ähnliche Informationen mehrfach aufbereitet werden müssen. Das bindet Ressourcen, die für konkrete Verbesserungen fehlen.

Stärker abgestimmte Anforderungen, gemeinsam nutzbare Nachweise und praktische Unterstützung können Entlastung schaffen. Grossunternehmen sind gefordert, ihre Erwartungen zu koordinieren und mit ihren Lieferanten Lösungen zu entwickeln.

Vom Austausch zum Handeln

Swiss Fair Trade bringt Perspektiven zusammen, um Verantwortung in konkrete Veränderungen zu übersetzen. Wir laden Unternehmen und Partnerorganisationen ein, Erfahrungen zu teilen, Einkaufspraktiken zu überprüfen und Betroffene konsequent einzubeziehen.

Nutzen wir die Impulse des Forums für gemeinsame nächste Schritte. Wirkung zeigt sich dort, wo Menschen sicherer arbeiten, fair verdienen und ihre Zukunft mitgestalten können.

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