Swiss Fair Trade befürwortet die Konzernverantwortungsinitiative

23. Oktober 2020

Swiss Fair Trade befürwortet die Konzernverantwortungsinitiative

Swiss Fair Trade unterstützt die Initiative, da die Forderungen nach internationaler Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards mit dem Verständnis des Fairen Handels übereinstimmen. Das bestehende Schweizer Straf- und Zivilrecht hat dazu Aufholbedarf.

Die eidgenössische Volksinitiative «Für verantwortungsvolle Unternehmen – zum Schutz von Mensch und Umwelt» fordert, dass Konzerne mit Sitz in der Schweiz die Menschenrechte und internationalen Umweltstandards auch ausserhalb der Schweiz zu respektieren haben. Dazu sollen Konzerne für Menschenrechtsverletzungen und die Missachtung verbindlicher Umweltstandards haftbar gemacht werden; unabhängig davon, wo die entsprechenden Handlungen stattgefunden haben.

Fair Trade ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte Produzent*innen sowie Arbeiter*innen, leistet der Faire Handel einen Beitrag zur Überwindung der Armut und zur Förderung zunehmend selbstbestimmter Entwicklung. Besondere Merkmale des Fairen Handels sind dabei unter anderem das Einhalten von Sozial- und Umweltstandards. Diese stimmen mit den Forderungen der Initiative überein, denn:

  • Die Sozialstandards des Fairen Handels stärken die Arbeitsrechte gemäss den ILO-Konventionen und bekämpfen dadurch Kinderarbeit, Diskriminierung, unzureichender Gesundheitsschutz und exzessive Arbeitszeit.
  • Umweltstandards gewährleisten ökologisch nachhaltige Produktionsverfahren und streben unter anderem eine biologische CO2-neutrale Produktionsweise an.

Als Branchenverband der Fair Trade Organisationen der Schweiz stehen wir auf der Seite der hunderttausenden von Arbeiter*innen und Bauer und Bäuerinnen des Weltsüdens. Im internationalen Handel verfügen nicht alle Akteure über die gleichen Möglichkeiten und Ressourcen. Es ist daher umso wichtiger, dass für alle Beteiligten die gleichen Regeln gelten und sozial und ökologisch unerwünschte Effekte des Handels nicht in Entwicklungsländer exportiert werden können.

Die Initiative ermöglicht eine verbindliche Anwendung der universal gültigen Menschenrechte. Die bestehenden rechtlichen Normen im Schweizer Zivil- und Strafrecht sind nicht genügend auf internationale Sachverhalte ausgerichtet. Es besteht Anpassungsbedarf, um den heutigen globalen wirtschaftlichen Vernetzungen gerecht zu werden. Wir sind daher überzeugt, dass es für ein kleines aber hoch entwickeltes Land wie die Schweiz langfristig nur vorteilhaft ist, sich für international verbindliche Regeln zum Schutz von Mensch und Umwelt einzusetzen und empfehlen ein Ja zur Initiative.

Die Website des Initiativen-Komitees finden Sie hier.

Weitere Beiträge

Drei Neumitglieder an Generalversammlung aufgenommen

An der Generalversammlung im Juni durften wir drei Unternehmen aus dem Textilbereich in unserem Verband begrüssen, die sich für eine fairere Modewelt einsetzen.

STS 2030 startet die Umsetzung

Startschuss für das Programm Sustainable Swiss Textiles 2030 (STS2030). Das Programm will die Textilbranche fairer und nachhaltiger gestalten.

Am World Fair Trade Day: Gemeinsam für den Fairen Handel

Am Internationalen Tag des Fairen Handels erhielt die Stadt Basel die Auszeichnung zur Fair Trade Town und gemeinsam haben wir uns mit zahlreichen Aktionen in der ganzen Schweiz für Klimagerechtigkeit eingesetzt.

World Fair Trade Day 2022: Klimaresilienz stärken – Lebensgrundlagen sichern

Wir wollen den Internationalen Tag des Fairen Handels am 14. Mai nutzen, um die Ungerechtigkeit der Auswirkungen des Klimawandels aufzuzeigen und gleichzeitig aktuelle Lösungsansätze von Fair Trade Organisationen zu beleuchten.

Für eine faire und grüne Textilwirtschaft mit Schweizer Unternehmen und Städten

Swiss Fair Trade setzt sich im Programm Sustainable Textiles Switzerland 2030 für eine Schweizer Textil- und Bekleidungsbranche ein, die Verantwortung übernimmt und aktiv wird.

Gemeinsam können wir die Transformation zu fairem Handel voranbringen

Vom 18.-20. November organisierte Swiss Fair Trade die internationale Fair Trade Town Konferenz mit über 300 Teilnehmenden aus 50 verschiedenen Ländern.

Das 5. Kerenzerberg Zukunftsforum Nachhaltige Textilien

Vom 18.-20. Oktober findet bereits das 5. Zukunftsforum Nachhaltige Textilien am Kerenzerberg statt. Das Programm verspricht vielseitige Inputs rund um die Implementierung der Agenda 2030 im Textilsektor.

Generalversammlung 2021: Erweiterung Mitglieder, Projekte und Vorstand

Schwerpunkte der Versammlung stellten die Vorstellung der geplanten Projekte, die Aufnahme bewerbenden Mitglieder sowie die Erweiterung des Vorstandes dar.

Klimakrise

Der Klimawandel verursacht enorme Veränderungen im Wettermuster. Die Auswirkungen treffen diejenigen mit am stärksten, die am wenigsten dafür verantwortlich sind: Kleinbäuer*innen im Globalen Süden.