Fair Trade hilft Resilienz aufzubauen

Klima

Fair Trade hilft Resilienz aufzubauen

Fair Trade hilft Resilienz aufzubauen

Um die Anfälligkeit gegenüber dem Klimawandel zu verkleinern, muss die Anpassungsfähigkeit der Kleinbäuer*innen erhöht werden (Borsky und Spata 2016: 3, 6). Bäuer*innenorganisationen und der faire Handel leisten hierzu einen relevanten Beitrag (Frank und Buckley 2012: 11).

Die Mitglieder von Swiss Fair Trade sind weltweit tätig. Fair Trade unterstützt Kleinbäuer*innen bei der Anpassung an die Auswirkungen von Klimaveränderungen, fördert ihre Resilienz und hilft ihnen Treibhausgasemissionen zu reduzieren und auf erneuerbare Energien umzustellen. Ein Fokus ist dabei die Schulung von Kleinbäuer*innen durch lokale Fachleute, um die Landwirtschaft widerstandsfähiger zu machen und Ernährungs- und Einkommenssicherheit zu gewährleisten.

Die Fairtrade-Standards enthalten Umweltkriterien, die die Anpassung der Bäuerinnen und Bauern an den Klimawandel fördern, z.B. durch Umstellung auf erneuerbare Energien, Reduktion der Treibhausgase sowie nachhaltigem Umgang mit Abfällen und Wasserressourcen. Max Havelaar setzt sich in den Produzent*innennetzwerken und in Kooperation mit regionalen Expert*innen für die Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit von Kleinbäuer*innen ein. Trainings helfen den Bäuer*innen, sich dem Klimawandel zu stellen, Abwehrstrategien zu entwickeln und Emissionen zu reduzieren. Die Schulungen werden zugleich in Praxis umgesetzt mit Anpassungsaktivitäten, wie der Errichtung von Baumschulen.

Ein weiteres Beispiel für solche Schulungen ist ein Projekt von Brücke-Le Pont in Benin (Westafrika). Im Rahmen des Projektes werden Kleinbäuer*innen durch lokale Projektpartner*innen darin geschult, die Niederschlagsvorhersagen für ihre Planung zu nutzen, welche Reissorten weniger Wasser verbrauchen und schneller reifen. Die Teilnehmer*innen können sich dabei aktiv einbringen und erfolgreiche Partnerschaften eingehen.

In Honduras (Zentralamerika) ist yocafe.ch tätig und führt ein Aufforstungsprojekt durch, um die Kaffeeplantagen durch Bäume zu schützen yocafe.ch und claro unterstützen die Produzent*innen im Anbau, um klimaschonende Mischkulturen zu pflanzen. Mischkulturen halten die Bodenfeuchtigkeit besser und wirken nachhaltig dem Klimawandel entgegen. Diese Anpassungen werden unter anderem durch den Konsum von fair gehandeltem Kaffee möglich gemacht. Dies beweist, dass Konsumentscheidungen im globalen Norden Auswirkungen auf die kleinbäuerliche Lebensweise im globalen Süden und den Klimaschutz haben.

Helvetas unterstützt Menschen im globalen Süden darin, natürliche Ressourcen nachhaltig zu nutzen, um das Risiko von Katastrophen zu verkleinern. Im gemeinsamen Projekt mit Coop werden die Lebensbedingungen der lokalen Kleinbäuer*innen, die im Anbau von Reis tätig sind, verbessert und dank angepasster Bewässerung Wasser gespart.

Ein Kernelement von Fair Trade ist es, dass Bäuer*innen von Schulbildung und Prämien profitieren können. Dies kommt in den Projekten, wie diesen von yocafe.ch und Max Havelaar, nicht nur den direkt beteiligten Fair Trade Bäuer*innen zugute, sondern die ganze Gemeinde kann davon profitieren.

 

Quellen: 

Jessica Frank und Chris Penrose Buckley 2012: Small-Scale Farmers and Climate Change. How can Farmer Organisations and Fairtrade build the Adaptive Capacity of Smallholders? Sustainable Markets.
Stefan Borsky und Martina Spata 2016: The Impact of Fair Trade on the Adaptive capacity of Artisans and Smallholder Farmers.

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