Neue internationale Charta des Fairen Handels

25. September 2018

Neue internationale Charta des Fairen Handels

„Die Bewegung des Fairen Handels teilt die Vision einer Welt, in der sich Handelsstrukturen und –praktiken an Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und nachhaltiger Entwicklung orientieren, so dass alle Menschen durch ihre Arbeit einen angemessenen und würdigen Lebensunterhalt aufrechterhalten und ihr Potenzial voll entfalten können.“

Die World Fair Trade Organization und Fairtrade International haben zusammen mit anderen Akteuren die internationale Charta des Fairen Handels entworfen, mit dem Ziel, eine Veränderung des Handels hin zu Gleichberechtigung und Nachhaltigkeit für Mensch und Umwelt zu bewirken.

Der globale Handel ist in den letzten Jahrzehnten spektakulär gewachsen. Dies hat erheblich zum Wirtschaftswachstum in vielen Ländern beigetragen, jedoch sind die Gewinne nicht gleichmässig verteilt und ein starkes Ungleichgewicht liegt vor. ProduzentInnen sind oftmals den Handelsbedingungen ausgeliefert, welche wenige internationale Unternehmen diktieren.

Die neue Charta stellt daher den ganzheitlichen Ansatz des Fairen Handels vor. Durch den Multi-Stakeholder-Ansatz wird denen eine Stimme gegeben, die in der Gestaltung der Handlungsregeln oft aussen vor gelassen werden Darüber hinaus verbindet der Faire Handel ProduzentInnen und VerbraucherInnen durch grössere Transparenz in den Handelsketten. Beim Fairen Handel geht es um eine Partnerschaft für Veränderung und Entwicklung durch Handel:

  1. Der Faire Handel beginnt mit ProduzentInnen, die in demokratischen Organisationen zusammenarbeiten, um stärkere Geschäftsstrukturen aufzubauen.
  2. Handelsunternehmen helfen, ProduzentInnen und KonsumentInnen zusammenzubringen.
  3. Der Faire Handel hilft den KonsumentInnen, verantwortlich zu handeln, indem sie Produkte wählen, die den Menschen am anderen Ende der Lieferkette ein besseres Auskommen ermöglichen.
  4. Der Faire Handel beweist wirtschaftlichen und Entwicklungserfolg, wodurch der Markt wächst und mehr Möglichkeiten für die ProduzentInnen und ihre Handelspartner schafft.

Der Faire Handel schafft so Rahmenbedingungen, die angemessene Beschäftigung bieten und helfen, Löhne sowie Einkommen zu verbessern, die aktiv Geschlechtergerechtigkeit und Einbindung der Frauen in Entscheidungsfindungen sowie die Schützung von Kinderrechten fördern. Gleichzeitig setzt sich die Fair-Handels-Bewegung für umweltfreundliches Wirtschaften ein, einschliesslich des Schutzes von Boden und Wasserressourcen und der Reduktion des Energieverbrauchs, des Ausstoßes von Treibhausgasen und der Produktion von Müll. Von Bedeutung ist auch die Förderung von Kampagnen und politische Überzeugungsarbeit auf verschiedenen Ebenen nationaler und internationaler Regierungen, um die Werte des Fairen Handels in konventionellen Geschäftspraktiken und gesetzlichen Vorgaben einzubringen.

Zur Charta

 

Weitere Beiträge

Klimakrise

Der Klimawandel verursacht enorme Veränderungen im Wettermuster. Die Auswirkungen treffen diejenigen mit am stärksten, die am wenigsten dafür verantwortlich sind: Kleinbäuer*innen im Globalen Süden.

Digitaler Dialog für greifbare und umsetzbare Ziele für die Textilbranche

Transparenz und Rückverfolgbarkeit sind von grosser Relevanz, um konkrete Verbesserungen einzuführen.

Vernehmlassungsantwort Swiss Fair Trade zu «Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030» des Bundes

Swiss Fair Trade begrüsst die «Strategie Nachhaltige Entwicklung» des Bundes, sieht aber noch dringenden Handlungsbedarf am Entwurf.

Keine Klimagerechtigkeit ohne Handelsgerechtigkeit

Die Klimakrise ist ungerecht – ihre Auswirkungen spüren diejenigen am stärksten, die am wenigsten dafür verantwortlich sind. Die Fair Trade-Bewegung fordert Staaten auf, ihre Verpflichtungen aus dem Pariser Abkommen zu erfüllen.

Erfolgreicher Kick-off zum Dialog für Ziele

Rückblick zum Multistakeholder-Dialog von Swiss Textiles, amfori und Swiss Fair Trade über gemeinsame Nachhaltigkeitsziele.

Swiss Fair Trade befürwortet die Konzernverantwortungsinitiative

Swiss Fair Trade unterstützt die Initiative, da die Forderungen nach Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards mit dem Verständnis des Fairen Handels übereinstimmen.

Forderung «Build Back Fairer»

Die internationale zivilgesellschaftliche Allianz fordert die Transformation der Wirtschaft und des Handelssystems hin zu einer gerechten und nachhaltigen Entwicklung.

Naturaline feiert 25-jähriges Jubiläum

Naturaline – die Marke, die sich seit Beginn konsequent für eine umfassende Nachhaltigkeit und faire Produktion einsetzt, feiert ihr Jubiläum.

Umsatz mit Fair Trade Produkten steigt um 2.6 Prozent

Der Konsum von Fair Trade Produkten in der Schweiz hat 2019 abermals zugenommen. Mit 103 Franken pro Jahr erreicht der Pro-Kopf-Konsum einen neuen Rekord.