Swiss Fair Trade Forum zum Thema Textilien.

Swiss Fair Trade Forum: Fairness steht allen gut. Auch bei Textilien.
Beim ersten Swiss Fair Trade Forum am 17. November 2011 standen der bewusste Einkauf und die menschenwürdige Produktion von Arbeitsbekleidung und Textilien im Zentrum. Rund 100 Personen, darunter Einkäufer und Anbieter von Arbeitsbekleidung und Textilien, Entscheidungsträger/-innen aus der Wirtschaft, Mitglieder von NGOs und Vertreter/-innen von Sozial und Umweltfachstellen diskutierten gemeinsam über bessere Rahmenbedingungen für fair gehandelte Baumwolle und die Textilproduktion.
Bern, 17.11.2011 – «Der Einkauf von Textilien aus nicht nachvollziehbarer Herkunft sollte ein Tabu sein», so das Fazit von Sonja Ribi, Geschäftsführerin von Swiss Fair Trade. Der Dachverband der Fair Trade-Organisationen in der Schweiz hat das Swiss Fair Trade Forum ins Leben gerufen, um gemeinsam mit wichtigen Entscheidungsträgern aus Wirtschaft und Gesellschaft über Verbesserungen beim Fairen Handel zu diskutieren. Dieses Jahr wurde der Fokus auf Textilien und im Speziellen den wichtigen Rohstoff Baumwolle gelegt.
Baumwolle mit einer weltweiten Produktion von 27.4 Millionen Tonnen (2011/2012) ist die bedeutendste Naturfaser für die Herstellung von Textilien. Sie wird an Rohstoffbörsen gehandelt und ist daher grossen Preisschwankungen und auch Spekulation unterworfen. Für Kleinproduzenten kann dies existenzielle Probleme mit sich bringen. Roman Wittwer, Business Development Manager Textilien bei der Max Havelaar-Stiftung (Schweiz): «Fairtrade Baumwolle mit garantiertem Mindestpreis, Fair Trade-Prämie und der Möglichkeit zur Vorfinanzierung ist aus sozialen und ökologischen Überlegungen der konventionell produzierten Baumwolle vorzuziehen.»
Dass es mit fairer Baumwolle alleine noch nicht getan ist, betonte Mark Starmanns von der Universität Zürich. Auch die Textilproduktion muss menschenwürdig und transparent werden. «Multistakeholder-Initiativen arbeiten im Verbund von Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Das ist der meistversprechende Ansatz, wenn es um die Verbesserung von Arbeitsbedingungen geht. Im Textil- und Bekleidungssektor sind dies die Ethical Trading Initiative, die Fair Labor Association, die Fair Wear Foundation und Social Accountability International ».
Die öffentliche Hand ist vom Auftragsvolumen her ein entscheidender Player bei der Beschaffung von Arbeitsbekleidung und Textilien. Beispielhaft handeln die Kantone Freiburg, Genf und Waadt, die nachhaltige Beschaffung zu einer Priorität gemacht haben. In ihrer öffentlichen Ausschreibung zu Kauf und Leasing von persönlicher Schutzausrüstung wurden daher auch Umwelt- und Sozialkriterien integriert, wie Valérie Brugger, Projektleiterin in der Abteilung nachhaltige Entwicklung des Kantons Waadt, erläuterte: «Der Anbieter muss konkrete Fragen zum Umwelteinfluss seines Produktes und zu seinem Engagement im Sozialbereich beantworten, dies auch bezüglich Lieferanten und Zulieferern.»
Dass Fairplay im organisierten Sport (privater Sektor) nicht nur auf dem Spielfeld ein Thema ist, zeigt die Strategie zur nachhaltigen Beschaffung von Swiss Olympic. Judith Conrad, Abteilungsleiterin Ethik und Ausbildung, betonte: «Arbeiter/-innen sollen für ihre Arbeitsleistung fair bezahlt und behandelt werden. Die Garantie von existenzsichernden Löhnen ist daher eine zentrale Anforderung an unsere Lieferanten.» Gilles Dana, zuständig für Unternehmensverantwortung bei Switcher ergänzte: «Switcher ist stolz, Swiss Olympic mit Sportbekleidung beliefern zu dürfen. Mit dem „respect.code“ schafft Switcher eine transparente Wertschöpfungskette.»
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